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Erwin Einzinger

A cura di Chiara De Luca

Das Thema von Einzingers Arbeiten ist die Bestandsaufnahme einer Welt, die aus dem Zusammenhang gerissen ist und sich nur mehr als Unordnung ausmachen läßt. Nur ist niemand davor sicher, was denn eigentlich in Unordnung geraten ist: Ist es die Welt selber, oder ist es der Kopf, der sie wahrnehmen muß, über sie nachdenkt, der sich anschickt, das Vorhandene auf seinen Gehalt an Wirklichkeit zu überprüfen.
Einzinger äußert sich darüber in dem Essay “Zum Glück”: “Irgendwo zu überlegen beginnen und alles fängt zu bröseln an, staubt weg wie Seelenpulver oder Kindergeschrei, in dem sich die Umrisse des Wahrnehmbaren nicht einmal mehr verlieren.” Aber gerade an diesem Punkt setzt seine Schreibarbeit an. Das Schreiben ermöglicht eine vorläufige Orientierung. Der Blick des Schreibenden richtet sich auf die Alltagswelt, die ihn umgibt: Landschaft, Tiere und Menschen, alltägliche Gewohnheiten und plötzliche Panik, Natur und Kunst, Ideal und Leben, Innenwelt und Außenwelt geben in ihrer wechselseitigen Durchdringung jenen Impuls, welcher sie zur Sprache und damit zur Poesie werden läßt und ihnen poetische Kraft verleiht. Alltäglichkeiten, Banalität, vom gewohnheitsmäßigen Konsum der abendlichen Flasche Bier vor dem Fernseher bis zum einsamen Sterben des alten Mannes, also Nebensächlichkeiten, die üblicherweise keiner näheren Betrachtung wert sind: sie alle fügen sich in immer neuen Variationen und phantasievollen Kombinationen zu einem Kunstwerk, das wahrscheinlich in der Jazzmusik Wayne Shorters, Jimmy Millers oder Charly Mingus seine wohl treffendste Entsprechung finden könnte.
Einzinger schließt sich in seiner Arbeit jener Tradition an, für die Namen wie William S. Burroughs und Rolf- Dieter Brinkmann stehen. Er wendet sie auf seine Welt und seinen Erfahrungshorizont an. Seine Form ist eine Form der Bruchstücke, des Fragments. Als kleinster, elementarster Teil ergeben sie dann, je nachdem, ein Gedicht, einen kurzen Prosatext, einen Essay oder einen Roman. Es ist eine Form des Übergangs, des Gerade-Noch und Schon-Nicht-Mehr, welche auch Bildersprache und Metaphorik mitbestimmen. […] Einzingers lyrische Texte verarbeiten eine Fülle von Material sinnlicher Wahrnehmung zu einem Gedicht. Die anscheinend willkürliche, regellose und ungeordnete Aneinanderreihung von Bruchstücken wahrgenommener Alltagswirklichkeit, von banalen und nebensächlichen Details möchte Kunstlosigkeit suggerieren, indem die herkömmliche Regelpoetik ignoriert wird; gerade aber dadurch und durch die unerwartete Kombination von Wirklichkeitsfragmenten erhalten diese Texte ihre poetische Frische und ihre provokatorische Kraft. […]

Aus einer kurzen Monographie von Thomas Aigner

Il tema dei lavori di Enzinger è la presa di coscienza di un mondo che è stato come strappato dal contesto, che si lascia ormai percepire soltanto come caos. Solo che nessuno è sicuro di cosa sia finito nel caos. È il mondo stesso, oppure è al testa, che lo deve percepire, che riflette su di lui, che si accinge a provare l’esistente sulla base del suo contenuto di verità.
Einzinger si esprime in proposito nel suo saggio Per fortuna: “da qualche parte si inizia a riflettere e tutto inizia a sbriciolarsi, si riduce in polvere, come pulviscolo d’anima o grido di bambino, in cui neppure i contorni del percepibile non si perdono neppure più. Ma è proprio a questo punto che interviene il suo lavoro di scrittura. La scrittura consente un temporaneo orientamento. Lo sguardo di chi scrive si orienta sul mondo quotidiano che lo circonda: paesaggio, animali e uomini, consuetudini d’ogni giorno e panico repentino, natura e arte, ideale e vita, mondo interiore e mondo esteriore, nel loro reciproco compenetrarsi, danno quell’impulso che li trasforma in lingua e in tal modo in poesia, conferendo loro forza poetica. Quotidianità, banalità, dall’abituale consumo della bottiglia di birra serale davanti al televisore alla morte solitaria del vecchio, ovvero residualità che abitualmente non sono degne di approfondimento: tutti questi elementi si dispongono in sempre nuove variazioni e fantasiose combinazioni creando un’opera d’arte che probabilmente potrebbe trovare piena rispondenza nella musica Jazz di Wayne Shorters, Jimmy Millers o Charly Mingus. Nel suo lavoro Erwin Einzinger s’inserisce in quella tradizione rappresentata dai nomi di William S. Burroughs e Rolf-Dieter Brinkmann. Si serve del suo mondo e del suo orizzonte d’esperienza. La sua è una forma del frantume, del frammento, che, sotto forma di minima particella elementare, dà poi di volta in volta vita a una poesia, a un testo in prosa, a un saggio o a un romanzo. È una forma di transizione, di proprio-ora e già-non-più, cui anche il linguaggio metaforico e quello delle immagini contribuiscono a dar vita. […] I testi lirici di Einzinger rielaborano e trasformano in poesia una grande quantità di materiale della percezione sensibile. L’accumulazione all’apparenza arbitraria, sregolata e disordinata di frammenti di percezione della realtà quotidiana, di dettagli banali e secondari vorrebbe suggerire un’attitudine dilettantesca, nel momento stesso in cui la tradizionale regola poetica viene ignorata; ma è proprio da questo e dalla inattesa combinazione di frammenti del reale che questi testi ricavano la loro poetica freschezza e la loro forza provocatoria. […]

Da una breve Monografia di Thomas Aigner

MACH ES WIE DIE SONNENUHR

 

In den Wäldern Mittelamerikas lebt da & dort noch ein seltsamer

Frosch, der tatsächlich aussieht, als hätte man ihm den Unter=

Kiefer weggesprengt. Ist das noch Tarnung oder schon

Eher ein Hinweis auf evolutionäre Verirrungen der Mitleidstour?

 

Ja, es stimmt: Dick mit Lehm überkrustete Schuhe haben manch=

Mal etwas beinahe Beruhigendes an sich, doch lenkt uns dies

Im Moment nur vom Thema ab … Wohin so eilig, Miss Birnenkompott?

Mühelos überholt die Erwähnte auf der Rolltreppe in den fünften

 

Stock nicht nur einen offensichtlich leicht verträumten

Herrn in brauner Kutte, sondern auch zwei etwa Zwölfjährige, die

Damit befaßt sind, die vor ihren Mündern sich blähenden Kau=

Gummiblasen in Hinblick auf deren Größe zu vergleichen.

 

Wenig später schlendern alle vier knapp hintereinander an einer Wühl=

Kiste mit stark verbilligten Büchern vorbei, unter denen sich

Auch ein reich bebildertes Exemplar über Goldhauben=

Frauen sowie ein erstaunlicher Wälzer über die Geschichte des Eisen=

 

Bahnbaus in Äquatorialafrika befindet. Aber es ist, so hört man

Leider überall, gerade eine eher harte Zeit für Bücher.

Dasselbe gilt freilich schon seit längerem u. a. auch für Kokos=

Nüsse & sämtliche aus diesen hergestellte Erzeugnisse.

 

 

 

WENN POTENTIELLE HELFER EINANDER AUF DIE FÜSSE STEIGEN

 

Im seit Tagen aufgeweichten Rasen steckt ein Plastikschwert.

Es gehört dem Jüngsten eines belgischen Populismus=

Forschers, der hin & wieder ans Pult eines echten

Juxorchesters tritt, um dann mit möglichst viel Schwung die

Luft zu zerteilen. Seine Frau malt. (Angeblich vor allem

Bilder von Landschaften mit halb umgestürzten

Zäunen & schlafenden Rindern, die sie hinterher auf eine

Nicht näher bekannte Weise bearbeitet, bis sie beinahe

Wirken, als wäre an ihren Rändern Säure ausgegossen worden.)

 

Im Fernsehen erklärt ein Mann, dessen Muttersprache das

Kanyamamba des nordöstlichen Kongo ist, was es

Heutzutage heißt, sich deutlich unterhalb des Existenz=

Minimums durch die Tage bewegen zu müssen.

„Wer auf festgestampfter Erde schläft, verzichtet gerne

Auf jeglichen Farbenrausch.“ Später ist von ein paar

Vorzeigeprojekten die Rede. Verunreinigter Treibstoff oder

Irre Wucherpreise passen da nicht wirklich dazu.

 

Eine Allee aus Mangobäumen, nahezu symmetrisch gepflanzt.

Zwei Frauen mit Antennenfrisur tragen leere Kanister.

„Sehen Sie die Kanne dort am Boden? Sie dient in solchen

Zeiten als ein Symbol für den Kreislauf des Lebens.“

Entwicklungsarbeit auf bescheidenstem Niveau …

Wer hier stilles Entzücken sucht, findet oft genug bloß wäßrige

Augen & gereizte oder apathische Stimmungslagen, manch=

Mal auch den Hauch eines durch die Luft segelnden

Kusses oder eine keineswegs bloß rhetorisch gemeinte Fangfrage.

 

 

 

AUF NASSER LEINWAND ZEICHNEN

 

Dimitar berührt als erster das eher seltsame Thema, während dichter

& rasch dunkler werdende Wolkenformationen sich

Über & hinter majestätisch schwankenden Gräsern auftürmen.

Mit vereinten Kräften werden anschließend die

Arg verschmutzten Socken der Teilnehmerinnen gewaschen.

Doch es wird auch gestikuliert & mit Händen herum=

Gerudert, welche manchmal glatt wie Marmor zu sein scheinen

& Augenblicke später wieder an nichts anderes als

Mechanisch ihre Arbeit verrichtende Maschinen erinnern.

Schlingpflanzenmustervorhänge schirmen den un=

Mittelbar an die eher provisorische Ruhezone angrenzenden

Durchgangsbereich vor egal welchen Blicken ganz gut ab.

 

„Tau endlich auf“, motzt einer im Hintergrund.

Leere Likörflaschen in der Garage. Vorsichtige Tänze unterm

Essigbaum, als die unlängst erst gekündigte Mitarbeiterin

Des bockigen Reiseveranstalters sich noch einmal

Über den Fluß rudern ließ, weil sie angeblich einen Koffer mit

Sommerkleidern, den eine Professorin aus Flandern am

Dienstag vergessen hatte, persönlich in Empfang nehmen wollte.

 

Tags darauf dann aber: die erste Keilerei in der Zufahrt zum

Gemüsemarkt seit geschätzten siebzehn Jahren

& am Abend via Radio Applaus aus der Rinderversteigerungshalle.

Dazu die flackernden Schatten, welche niemand anderer

Als der Sohn des Mentaltrainers mit seiner riesigen Stablampe im

Zusammenspiel mit den Scheinwerfern gelegentlich be=

Tont langsam vorbeirollender Personenkraftwagen erzeugte.

 

Wenn es jedoch gewittert & die gesamte Vegetation so richtig er=

Zittert, reckt freilich auch der sonst so übellaunige

Hengst von Frau Iwanow seine schwarzgrauen Nüstern

Mit einem Ausdruck leiser Genugtuung in Richtung Himmelszelt.

Sie hat ihm – verspielt, wie sie ist – schon im vergangenen

Frühjahr einen mit sauberen Stickereien verzierten Schlechtwetter=

Überwurf genäht, an dem das Regenwasser ohne Umwege

Nach unten schießen kann, sodaß Rücken & Flanken, die ohnehin

Fast ständig in Bewegung sind, weitgehend trocken bleiben.

 

Die Vorstellung, daß in der Gegend, die heute vor allem von den

Rasch hochgezogenen Fertigbauten einer Schuhfabrik be=

Herrscht wird, vor rund sechzig Millionen Jahren vielleicht ein

Neugierig herumäugendes Brontosaurierjunges durch die

Stauden gestapft sein mag, hat also – erfahren wir soeben – für

Herrn Emanuel etwas absolut Erheiterndes an sich?

Aber da stellt sich vielleicht für so manch Eingeweihte

Schon auch die Frage, ob man die Worte von jemandem, der erst

Wenige Stunden zuvor mit dem Mitternachtszug an=

Gereist ist, ohne mit einer einzigen der im selben

Abteil sitzenden ausländischen Athletinnen einmal ein freundliches

Wort gewechselt zu haben, auf die Goldwaage legen soll.

Irgendwann steht dann ein recht ratloses Haustier auf den Stufen

& schaut so unendlich traurig nach oben, daß jeglicher

Zuvor vielleicht entstandene Unmut sofort verrauchen muß.

Es handelt sich dabei um den entzückenden Esel

Jener Nachbarin, die vor Jahren ganz überraschend in den

Bannkreis der Naturphilosophie geraten & von dieser

Erfahrung angeblich beinahe niedergewalzt worden sein soll.

 

Alle wollten damals zuschauen, als sie bei irgendeiner kulturellen

Veranstaltung, bei der auch eine etwas hektisch agierende

Gastautorin auftrat, ihr salzgraues Köfferchen

In die Ecke stellte & daraus eine Papierrolle hervor=

Holte, von welcher sie ihre Botschaft an die Versammelten ablas.

 

„Habt ihr wenigstens ordentliche Alarmglocken?“ fragte ein

Etwas abgekämpft wirkender Dreiviertelfranzose

& zeigte dann vor, daß es gar nicht so schwierig ist, mit selbst=

Gebastelten Stelzen über den Teppichboden des

Vereinslokals zu stapfen. Zum Schluß wurde durch dicht besetzte

Reihen noch ein traditionelles Kosakengericht aufgefahren.

Was die Getränke betraf, meinte jemand: „Die Eiswürfel müßt ihr

Euch leider aufzeichnen, so etwas durch & durch

Amerikanisches serviert man in unseren Breiten einfach nicht.“

 

Ein verspäteter Wanderer überquerte weiter unten die Furt

& kämpfte sich in der Finsternis durch die hüft=

Hohen Brennesseln hinter dem Tennisplatz.

Auf einer Sitzgarnitur im Freien wurde zu diesem Zeitpunkt noch

Über den tieferen Sinn der Predigt eines fremdsprachigen

Geistlichen gerätselt, während im Hintergrund leise eine Aufnahme des

Niederländischen Kammerchors vor sich hin wimmerte.

Jovanas neuer Freund erzählte, daß der einst von einer Kooperative an=

Gekaufte & vermutlich kaum mehr zu gebrauchende

Mähdrescher, der wenige Wochen zuvor dennoch mehrmals hinter=

Einander an der Pferdekoppel entlanggefahren war, eine

Beeindruckende Staubfahne hinter sich hergezogen habe, die binnen

Kürzester Zeit die Form einer umgestürzten Bischofs=

Mütze angenommen habe, doch war das den wenigen bis

In die frühen Morgenstunden Ausharrenden vermutlich herzlich egal.

 

 

 

GUT VERANKERT IM RICHTIGEN LEBEN

 

Mit fast heiterer Ruhe lädt eine Bauersfrau ihrem Haustier einen

Ballen Heu auf den Rücken. Ein warmes Lüftchen weht.

Zeit, um vielleicht ein paar Momente lang fröhlich von den viel=

Beschworenen Türmen des Schweigens herabzu=

Winken, bevor die Situation sich von Grund auf ändert

& die Luft wieder voll unwahrscheinlicher Echos zu zittern scheint?

Wie viele Eide mögen wohl auch hierzulande schon ge=

Schworen worden sein, die niemandem weiterhalfen? – Schneller als

Gedacht geht an manchen Orten die Phantasie mit einem durch.

 

Östlich von Braunschweig, ein paar tausend Kilometer von

Hier, sieht die Sache wieder ganz anders aus: Jemand bricht in den

Frühen Morgenstunden aus irgendeiner Bar auf direktem Weg

Zum ersten Zug nach Süden auf, den Kopf noch voll knisternder

Gespräche mit zwei ebenfalls schon reichlich übermüdeten

Temposünderinnen … „Bis zur Huflattichzeit sind auch wir wieder

Zurück“, meinte die Jüngere der beiden, während am offenen

Fenster einer Wohnung zwei Stockwerke über dem Lokal bereits einer

Mit den ersten Vögeln des Tages sprach, erhabenen Unsinn …

 

 

 

NEUN MILLIMETER ÜBER DEM STRICH

 

Gut, daß der Freitag kein gänzlich zerschundener Tag mehr ist.

Es war dann erstaunlicherweise der Vortrag einer langen

Ballade, welcher die erhitzten Gemüter kurz zu beruhigen vermochte.

Dennoch bewarfen einander hinterher einige Unermüdliche mit

Schimpfworten, bevor andere abdampften ins Kino, barfuß.

 

Die schläfrige Kellnerin, aufgewachsen in einem Dorf im Südosten der

Slowakei & aus beruflichen ebenso wie privaten Gründen eines

Tages übersiedelt in die Gegend von Wiener Neustadt, schickte den

Fahrradkurier einfach weg. Hier, als Teilnehmerin an einem

Schweigemarsch extrem empörter Passanten, hätte sie eigentlich

In ihrem Element sein können, aber sie winkte bloß schwach

Mit einer Rhabarberstange, während das Gehupe unwillig gewordener

Autolenker zu hören war, an deren Fahrzeugen es erhobenen

Haupts & nicht viel anders vorbeizuziehen galt als an irgendwelchen

Bettenburgen oder Spielzeugherstellerhallen, deren Produkte

Früher oder später wahrscheinlich in einem vorstädtischen Billig=

Kramladen landen würden & dann auf einer Müllhalde.

(„Wir sind ziemlich perplex“, verkündeten zwei eher unbedarft aus=

Sehende Herolde des letztjährigen Kopfsteinpflasterspektakels.)

 

Die Kartenabreißerin tat bei manchen Leuten, als würde sie sie

Näher kennen, was etliche zu irritieren schien. Oder sie erzählte aus

Freien Stücken, daß sie beispielsweise eine regelmäßige Leser=

Briefschreiberin sei. Ihr Neffe, im Moment mit einem Brunnenbohr=

Trupp unterwegs, meide schon seit längerem die öffentliche

Sauna, seit er dort Zeuge unerwünschter sexueller Annäherungs=

Versuche geworden sei. „Wozu all diese Schnörkel & In=

Diskretionen?“ mochten jene sich fragen, denen sie auf den Geist ging.

„Leg den Kater ins Gras!“ sagte im Hauptfilm der von einer nicht

Näher beschriebenen Krankheit beeinträchtigte alte Professor, der einer

Ehemaligen Studentin mit dem Umbringen gedroht haben soll.

Diese nahm das zum Glück nicht weiter tragisch & lachte nur darüber.

In einem Telefonat mit einem mürrischen Ex-Wohngemeinschafts=

Kollegen murmelte sie gegen Ende: „Danke, daß ich mir dein

Mandelentzündungsgeschwätz wieder in voller Länge anhören durfte.“

 

Warum umkreist uns das alles immer noch? Hinten der schwankende

Lastwagen, vorne die Bäume …? Von Zeit zu Zeit war ein leises

Schnurren wie von einer unsichtbaren Modelleisenbahn zu hören,

& der weißhaarige Leiter des Kurorchesters tat, als würde nun end=

Gültig er die Fäden in die Hand nehmen & auch bei denen für

Durchblick sorgen, die etwas ratlos oder ungeduldig geworden waren.

Lustig auch die Szene mit dem Wettbewerb im Blechdosenwerfen.

 

 

 

ALL DIES WILL ERKLÄRT SEIN

 

Die Ausflüchte der Ex-Geisterfahrerin wirken bloß hingeschludert.

Zum Lärm mehrerer Bongotrommeln verkündet ein ihr

Vertrauter noch: „Ja, das Leben kann erstaunlich grausam sein.“

Es huschen weiter Schatten über die Wand, vor welcher die

Rundtische gruppiert sind. Jemand spielt mit einem

Zuckerschälchen so lange herum, bis es beinahe umkippt.

Eine der Damen am Tisch bringt das Gespräch dann auf frische

Bauernkrapfen & gibt alsbald zu bedenken, daß schon häufig

Gutgemeintes am Ende spektakulär gescheitert sei, so

Etwa der Nord-Süd-Dialog oder die geplante Novelle zum

Substitutionsparagraphen. Auch wundere sie sich über

Leute, die zwischen nachmittäglichem Fitneßstudio-Training

& abendlicher Chorprobe immer noch genug Zeit fänden

Für einen kleinen Schwatz in der örtlichen Buchhandlung, wo

Herr Kralik stets mit wirklich guten Leseempfehlungen auf=

Warte – wie zum Beispiel dem soeben erschienenen

Band mit äußerst humorvoll kommentierten Drohbriefen.

Sein typisch kerniger Kommentar: Er selbst habe sich bei der

Lektüre beinahe angemacht … Aber auch ein packend er=

Zähltes Buch über die Geschichte der antiken Wagenrennen

Oder die Erlebnisse einer holländischen Reptilienfängerin

In Südostasien böten Unterhaltung auf hohem Niveau & keines=

Wegs etwa nur jene Augenblicke der Muße, da das

Denken sich sozusagen an sich selber zu berauschen versuche.

 

 

 

ES GERIET EINIGES INS STOCKEN

 

Wieder krochen Ameisen über die Eier im Vogelnest.

Zwei Spangen sowie ein Halsband mit einem zarten Silber=

Glöckchen lagen auf der Matratze im Baumhaus.

Die letzte Etappe schien dann aus irgendeinem Grund tat=

 

Sächlich in seltsam schroffe Segmente zerfallen zu wollen.

Auch lümmelten ständig einige dieser verloren drein=

Schauenden Kerle herum, die den Eindruck machten, als wären sie

Zu einer Ungeheuerlichkeit verdonnert worden.

 

Einmal hieß es: „Vergiß das falsche Datum, die Planeten=

Tapete & das Nullsummenspiel der Statistiker!

Wir taumeln doch alle auf ähnliche Art über die freien Felder.“

Edi meinte, es sei ihm bald aufgefallen, daß die Leute sich

 

Hier immer erst ausgiebig beschnupperten, bevor sie

Mit etwas herausrückten. Auch werde viel über sogenannte

Prestigeveranstaltungen gesprochen. (Es ist nicht ohne

Bedeutung, daß an dieser Stelle jemand den Raum betrat, der

 

In der Linken eine Ansichtskarte mit der Farbwiedergabe eines

Schauraums des Pharmazeutischen Museums in Krakau

Hielt, auf deren Rückseite sich Notizen für einen allerdings nur

Vorläufigen Zeitplan befanden – sowie etliche nahezu end=

 

Los lange Telefonnummern. Die scheue Brillen=

Trägerin, mit welcher er sich anschließend ausführlich unter=

Hielt, lächelte, als sie aufgefordert wurde, ihre

Geschichte doch bitte gleich ein drittes Mal zu erzählen.

 

Später meinte sie: „Nur weil ich als Asketin aufge=

Wachsen bin, heißt das doch nicht, daß ich mich etwa aus=

Schließlich mit mir selbst beschäftigen möchte.“ – „Gib endlich

Her die Wuchtel!“ rief ein Bloßfüßiger auf der leicht ab=

 

Schüssigen Wiese.)

 

 

 

DER SCHIEFE BART DES HERRN AUS DEM ERSATZBÜRO

 

Hätte natürlich nie & nimmer die armselige Welt der Mode er=

Obern können, doch wäre wohl außer Herrn Calleja auch kaum jemand

Auf die verschrobene Idee verfallen, etwas Derartiges zu erwarten.

 

Seine Mutter hingegen erwartet von ihm, daß er endlich einmal

Halbwegs pünktlich ist. Sie hat ihn wie jede zweite

Woche zum Mittagessen eingeladen & wundert sich, warum er

Immer noch nicht auftaucht. Sie machte einst einen guten

Job als Moderatorin bei einem beliebten Jazz-Sender in der

Hauptstadt & wagte spät einen neuen Lebensentwurf mit einem

Mann, der jahrelang in Kneipen musizierte, bevor er an=

Fing, seine eigenen dürftig produzierten Platten herauszubringen.

 

Nebel über der Brücke. Der Geselle des Kaminbauers & Ofen=

Setzers hupt energisch. Ein Spinner in grünem Trainings=

Anzug springt ihm beinahe auf die Kühlerhaube & rennt dann in

Richtung der Kathedrale St. Esteban davon. Der Tag beginnt zu keuchen.

 

Unzählige Baugruben. Eine von ihnen wird fast andächtig fotografiert

Von einem Herzchirurgen, dessen Tochter hier bald wohnen soll.

Narben an einem Baum, der demnächst vermutlich zugunsten eines

Großzügiger dimensionierten Areals für einen zukünftigen

Parkplatz weichen muß. Musik von Carlo Gesualdo im Wagen.

Erdenschwer & durchgerüttelt wie fast immer: das Gedankenmus.

Nur wenige Wochen zuvor hatte ein plötzliches Fieber den

Organismus belastet, wirre Bilder aus der Fernsehwelt, in denen

Unter anderem ein aggressiver thailändischer Hahn kurz auf=

Tauchte, vermischten sich damals mit Resten aus dem Innenleben des

Alltags & ließen sich nicht auf neutralen Boden verfrachten.

Welch eine Aufgabe, dem quirligen Kerl einigermaßen schonend bei=

Zubringen, daß all seine Hervorbringungen der letzten Monate

& Jahre für das anstehende Konferenzthema ohne Belang waren!

War es dann tatsächlich eine unmittelbare Geste des Trosts, als eine

Sonst eher forsche Kollegin ihm in einer Kaffeepause mit dem

Zeigefinger, dessen Nagel rot leuchtete, über den Adamsapfel strich?

 

Das Computertäschchen baumelt von der Schulter der Studentin

Mit der Otterfelljacke. Sie macht einen Zwischenschritt, deutet kurz

Darauf einen weiteren an, welchen sie aber nicht ausführt.

Zwei Abendsportler strampeln sich mit ihren Leichtmetallrädern ab.

Der Krapfenbäcker vor der theologischen Fakultät ist ver=

Schnupft. Die Krawattenverkäuferin in ihrem teuren Laden gähnt.

Ein Rindensammler am Rand des Parks macht den Ein=

Druck, als wolle er die Welt umarmen, aber es gelingt ihm nicht.

Wo aber bleibt die erwartete Schärfe, was Entschlüsse & an=

Stehende Entscheidungen betrifft? Sie verflüchtigt sich – scheint es

Zumindest – unter den Liebkosungen eines weichen Winds

& einer Südwestwetterlage, in die schon viel hineingeheimnist wurde.

 

Fest steht: Weil in fast allen hiesigen Kirchen die alten Gemälde

Stark nachdunkeln, wird irgendwann auch das

Bildnis des heiligen Nikolaus von Bari nur noch eine

Hinter einem schwarzen Vorhang verborgene Erinnerung sein.

Geh langsam heim, Taschenspieler! Jeder Schritt bringt

Frische Luft für Lunge & Hirn. Auf dem kleinen Balkon über dem

Schönheitssalon schimpft ein verrückt gewordener

Papagei mit spanischem Akzent. Er gehört Herrn Pablo Ruiz.

 

 

da Barfuß ins Kino, Jung und Jung, Salisburgo  2013

 

 

FAI COME LA MERIDIANA

 

Nei boschi dell’America centrale vive qua & là ancora una strana

Rana, che davvero appare come le avessero fatto saltare

La mascella inferiore. È ancora mimetizzazione oppure già

Piuttosto un cenno a deviazioni evoluzionistiche del tour della pietà?

 

Sì, è vero: Scarpe incrostate di uno spesso strato di fango hanno tal=

Volta in sé qualcosa di tranquillizzante, ma questo al momento non fa che

distoglierci dal tema… Dove va così di fretta, Signorina Composto di Pera?

Facilmente la suddetta sulla scala mobile al quinto piano,

 

Supera non solo un signore in saio marrone evidentemente

Un po’ trasognato, ma anche due dodicenni, che

Sono occupate a confrontare la grandezza dei palloni di gomma

Americana che fuoriescono loro dalla bocca.

 

Poco dopo tutti e quattro tallonandosi vanno bighellonando

Davanti a una cesta di libri fortemente scontati, tra i quali si trova

Anche un esemplare riccamente illustrato sulle donne dalla cuffia

Dorata così come un sorprendente volumone sulla storia della costruzione

 

Della ferrovia in Africa Equatoriale. Ma sono, lo si sente dire

Purtroppo dappertutto, tempi alquanto duri per i libri.

La stessa cosa però vale già da molto tempo, per esempio, per le noci

Di cocco & per ogni genere di prodotti come questi.

 

 

 

QUANDO POTENZIALI AIUTANTI SI PESTANO I PIEDI A VICENDA

 

Nei prati da giorni ammollati si cela una spada di plastica.

Appartiene all’ultimogenito di un ricercatore del populismo

Belga, che di tanto in tanto accedeva al leggio di una

Juxorchesters, per poi tagliare l’aria con il maggior

Slancio possibile. La moglie dipingeva. (Specie, si dice,

Quadri di paesaggio con recinti semi crollati

& bovini addormentati, che in seguito lavorava

Con una tecnica non molto conosciuta, finché non

Pareva che ai margini vi fossero stati versati degli acidi.)

 

Alla TV un uomo, la cui madrelingua è il

Kanyamamba del nord-ovest del Congo, dichiarò che,

Come si dice oggigiorno, doveva chiaramente tirare

Avanti giorno per giorno sotto il minimo esistenziale.

“Chi dorme sulla terra calpestata rinuncia volentieri

A ogni sbornia di colori.” In seguito si parla di un paio

Di progetti di esposizione. Carburante contaminato oppure

Folle prezzo esorbitante qui non sono davvero appropriati.

 

Un viale d’alberi di mango, piantati quasi simmetricamente.

Due donne dall’acconciatura ad antenna portano taniche vuote.

“Vedete il vaso lì sul pavimento? A quei tempi

Fungeva da simbolo del ciclo vitale.”

Attività di sviluppo al più umile livello…

Chi vi cerchi un silenzioso rapimento trova invece spesso solo occhi

Acquosi & disposizioni d’animo eccitate oppure apatiche, tal=

Volta anche il soffio di un bacio che veleggia con l’aria

Oppure una domanda a trabocchetto per nulla soltanto retorica.

 

 

 

DISEGNARE SUL LINO BAGNATO

 

Dimitar tocca per primo il tema alquanto strano, mentre formazioni

Di nuvole che si fanno sempre più spesse & rapidamente più scure

Si ammassano sopra e dietro prati maestosamente ondeggianti.

Riunendo le forze si lavano poi

Le calze sudicie delle partecipanti.

Ma si gesticola anche & agitando con moto circolare

Le mani, che talvolta sembrano lisce come marmo

& istanti dopo non ricordano altro che macchine

Che fanno meccanicamente il proprio mestiere.

Tende dai disegni di rampicanti schermano piuttosto bene

Da qualunque sguardo lo spazio di passaggio immediatamente

Confinante con la zona di riposo piuttosto provvisoria.

 

“Apriti sesamo”, brontola uno sullo sfondo.

Bottiglie di liquore vuote in garage. Prudenti danze sotto

Il sommaco americano quando la collaboratrice, da poco annunciata,

Del testardo operatore turistico si lasciò portare un’altra volta in barca

A remi sul fiume, perché si dice volesse ritirare di persona

Una valigia piena di vestiti estivi dimenticata

Il martedì da una professoressa delle Fiandre.

 

Giorni dopo poi però: una rissa all’ingresso del mercato

Della verdura, la prima in settant’anni, così si stima,

& la sera via Radio applausi dalla sala d’aste delle croste.

In più le ombre guizzanti, prodotte da nient’altri

Che il figlio del trainer mentale, con la sua enorme torcia

In accordo coi fari per l’occasione accentuati di autovetture

Che passavano lentamente.

 

Seppure ci sia però un temporale & l’intera vegetazione davvero

Ne tremi, anche lo stallone di Frau Iwanow, altrimenti tanto

Su di giri, stira le narici grigio scure con espressione di

Lieve soddisfazione in direzione della volta del cielo.

Lei – premurosa com’è – già la primavera passata gli ha cucito

Un mantello contro il maltempo adornato di sobri ricami,

Su cui l’acqua piovana può scivolare verso il basso senza

Prendere vie traverse, così che schiena & fianchi che sono

Comunque in moto costante, restano asciutti completamente.

 

L’idea che nella regione, oggi dominata soprattutto dai

Prefabbricati di un calzaturificio spuntati come funghi,

Da circa sessanta milioni di anni un cucciolo di brontosauro

Con occhi e orecchie ben aperti, potesse arrancare tra le piante

Perenni aveva – lo apprendiamo in quest’istante – anche per

Il Signor Emanuel qualcosa di assolutamente rasserenante in sé?

Ma allora per certi iniziati del genere forse si pone

Già anche la questione se si debba mettere sul bilancino

Anche ogni parola di quello che appena qualche ora prima

Aveva viaggiato sul treno di mezzanotte, senza scambiare

Una sola parola gentile con l’atleta straniera

Seduta nel suo stesso scompartimento.

A un tratto un animale domestico davvero confuso si alza

Sui gradini & guarda con occhi tanto infinitamente tristi

Da dissipare qualunque malumore forse nato in precedenza.

Si tratta qui del delizioso asino di quella vicina

Che da anni, del tutto a sorpresa, è finita nella sfera

D’influenza della filosofia della natura & da questa esperienza

Pare debba essere rimasta completamente schiacciata.

 

Tutti allora volevano vedere, quando lei durante una qualche

Manifestazione culturale – cui si presentava anche un’autrice

Ospite dai gesti nervosi – metteva la sua valigetta grigiolina

Nell’angolo & ne tirava fuori un rotolo di carta,

Dal quale leggeva a voce alta il suo messaggio agli astanti.

 

“Avete almeno campanelli d’allarme come si deve?” chiese un

Uomo per tre quarti francese che appariva spossato

& poi mostrò come non sia affatto difficile arrancare

Con trampoli autoprodotti sulla moquette del locale

Del circolo. Infine, tra le file fittamente occupate,

Servirono anche un tradizionale piatto cosacco.

Per quanto riguarda le bevande, pensò qualcuno: “I cubetti di ghiaccio

Purtroppo ve li dovete disegnare, una cosa così estremamente

Americana dalle nostre parti non si serve e basta”,

 

Un viandante ritardatario continuò ad attraversare il guado

& a dibattersi nell’oscurità, tra ortiche alte fino alla cintola,

Dietro al campo da tennis.

In un salottino all’aperto, a questo punto, si continuava a

Congetturare sul senso recondito della predica di un religioso

Straniero, mentre sullo sfondo un’apertura del coro di musica

Da camera olandese gemeva piano tra sé e sé.

Il nuovo amico di Jovana raccontò che la mietitrebbia un tempo

Comprata da una cooperativa & probabilmente ormai inutilizzabile,

Che poche settimane prima aveva però percorso più volte

In successione il pascolo equino, aveva lasciato dietro di sé

Un’impressionante scia di polvere, che nel giro

Di poco tempo aveva assunto la forma del copricapo

Di un vescovo, ma questo probabilmente risultò del tutto

Indifferente ai pochi che avevano resistito fino alle prime ore del mattino.

 

 

 

BEN ALL’ANCORA NELLA VITA GIUSTA

 

Con una calma quasi serafica una contadina carica una balla

Di fieno sulla schiena di una bestia da soma. Spira una brezza calda.

Tempo forse un paio d’istanti per salutare allegramente

Con un cenno dall’alto delle più volte invocate torri del silenzio,

Prima che la situazione cambi radicalmente

& la luce paia tremare di nuovo di echi del tutto improbabili?

Quanti giuramenti devono essere stati pronunciati anche

Dalle nostre parti senza che giovassero a nessuno? – Più in fretta

Di quanto pensiamo la fantasia in certi luoghi ci sfugge di mano.

 

A ovest del Braunschweig, a circa duecento chilometri da

Qui, la cosa appare ancora del tutto differente: Qualcuno erompe

Alle prime ore del mattino da un qualche bar precipitandosi

Al primo treno diretto a Sud, con la testa ancora piena di fruscianti

Discorsi con due tipe che come lui violano i limiti di velocità già

Ampiamente sfinite … “Prima del tempo della tossilaggine anche noi

Saremo di ritorno”, pensò la più giovane delle due, mentre dalla finestra

Aperta di un appartamento due piani sopra il locale uno stava già

Parlando coi primi uccelli della giornata, sublime assurdità…

 

 

 

NOVE MILLIMETRI SOPRA IL TRATTINO

 

Bene che il venerdì non sia più un giorno tutto tormentato.

Era allora sorprendentemente l’esecuzione di una lunga

Ballata che riusciva a tranquillizzare per un po’ gli spiriti esaltati.

Tuttavia alcuni instancabili si gettavano a vicenda insulti alle spalle,

Prima che altri si volatilizzassero nel cinema, scalzi.

 

La cameriera assonnata, cresciuta in un paese nel Sud-Ovest della

Slovacchia & trasferitasi, per motivi sia lavorativi che privati,

Nel territorio della Wiener Neustadt, si limitò a cacciar via

Il corriere in bicicletta. Qui, quale partecipante a una

Marcia silenziosa di passanti sommamente indignati, avrebbe potuto

Davvero essere nel suo elemento, ma si limitò ad accennare un debole saluto

Con una stecca di rabarbaro, mentre si sentiva lo strombazzamento

Di automobilisti irritati, sui veicoli dei quali sembravano sfilare teste

Sollevate & non era molto diverso dal passare in grand hotel oppure

Nell’atrio di qualche casa produttrice di giocattoli, i cui prodotti

Prima o poi sarebbero probabilmente approdati in una merceria

A basso costo di periferia & in seguito in una discarica.

(“Siamo alquanto perplessi”, comunicarono due araldi, dall’aspetto

Piuttosto ingenuo, del baccano di acciottolato degli ultimi anni.)

 

La straccia-biglietti si comportava con alcune persone come se le

Conoscesse intimamente, cosa che sembrava irritare parecchi di loro.

Oppure raccontava di essere una scrittrice abituale di lettere

Al direttore. Suo nipote, al momento in viaggio con una truppa

Di trivellamento pozzi, evita la sauna pubblica già da molto tempo,

Da quando vi è stato testimone di tentativi di approccio sessuale

Indesiderati. “Perché tutti questi ghirigori & in=

Discrezioni?” vorrebbero chiedersi quelli cui lei fa girare le palle.

“Metti il gatto sull’erba!” disse nel lungometraggio il vecchio

Professore pregiudicato da una malattia non meglio descritta,

Che deve aver minacciato di morte una ex studentessa.

Lei per fortuna non la prese troppo sul tragico & si limitò a riderci sopra.

In una telefonata con uno scontroso collega della comune

Lei verso la fine mormorò: “Grazie perché coi tuoi pettegolezzi

Da tonsillite ho potuto di nuovo ascoltarmi integralmente.”

 

Perché tutto questo continua sempre a circondarci? Dietro il camion

Barcollante, davanti gli alberi …? Di tanto in tanto si sentiva un lieve

Ronzio, come di un modellino di trenino elettrico,

& il direttore dalla bianche chiome dell’orchestra della casa di cura fece come

se in definitiva si apprestasse a prendere in mano i fili & anche a preoccuparsi

per la visione di quelli che erano diventati confusi o impazienti.

Piacevole anche la scena della gara di lancio di barattoli di latta.

 

 

 

TUTTO QUESTO SARÀ SPIEGATO

 

I pretesti della ex kamikaze paiono solo abborracciati.

Al suono di numerosi bonghi, un suo familiare comunica

Ancora: “Sì, la vita può essere sorprendentemente crudele.”

Un guizzare d’ampie ombre sulla parete, davanti alla quale

Sono raggruppati i tavoli tondi. Qualcuno gioca con una

Zuccheriera finché quest’ultima non rischia di rovesciarsi.

Una delle signore al tavolo porta poi il discorso su freschi

Krapfen contadini & fa subito pensare a come già più volte

Un buon intento sia clamorosamente dovuto naufragare

Sul finale, tipo il dialogo Nord-Sud, oppure il pianificato

Romanzo al paragrafo sostitutivo. Si stupiva inoltre di come

Le persone, tra allenamento pomeridiano in palestra

& prova serale del coro, trovassero sempre abbastanza

Tempo per due chiacchiere nella locale libreria, dove

Il Signor Kralik li aspettava sempre con consigli di lettura

Davvero validi – per esempio il nuovissimo volume di lettere

Minatorie commentate in modo estremamente ironico.

Il suo tipico incisivo commento: Lui stesso alla lettura

Se l’era quasi fatta sotto… Ma anche un libro dalla trama

Avvincente sulla storia delle antiche corse dei carri

Oppure le esperienze di una cacciatrice di rettili olandese nel Sud-Est

Asiatico offrivano spunti di conversazione ad alto livello & non era

Affatto solo quell’istante d’ozio in cui il pensiero,

Per così dire, cercava d’inebriarsi di se stesso.

 

 

 

QUALCOSA SI È INCEPPATO

 

Formiche strisciavano di nuovo sulle uova nel nido degli uccelli.

Due fermagli e una collana con una dolce campanellina

D’argento giacevano sul materasso nella casa sull’albero

L’ultima tappa sembrò allora volersi davvero dividere

 

Per qualche strana ragione in bruschi segmenti.

Alcuni di questi individui perduti che vi guardavano dentro

si stravaccavano inoltre di continuo, dando l’impressione di essere

stati condannati a una mostruosità.

 

Una volta si diceva: “Dimentica la falsa data, la tappezzeria

Di pianeti & il gioco a somma zero degli esperti di statistica!

Di certo barcolliamo tutti allo stesso modo su campi aperti.”

Edi pensava di essersi accorto presto che la gente

 

Qui si fiuta sempre lungamente prima

Di sputare l’osso. Si parlò anche molto delle cosiddette

Manifestazioni di prestigio. (Non è trascurabile

Il fatto che a questo punto sia entrato qualcuno che

 

Teneva con la mano sinistra una cartolina con la riproduzione

A colori di uno spazio espositivo del museo di farmacologia

Di Krakau, sul cui retro si trovavano appunti per una tabella di marcia

Senz’altro soltanto provvisoria – oltre a numerosi numeri telefonici

 

Quasi interminabili. La timida occhia=

Luta, con la quale lui alla fine discusse in dettaglio,

Sorrise quando la esortarono a raccontare subito

per favore per la terza volta le sue storie.

 

In seguito pensò: “Ora poiché sono cresciuta

Da asceta non significa che io alla fine voglia

Occuparmi esclusivamente di me stessa.”– Prestatevi

Infine allo scherzo!” Gridò il tipo scalzo sul prato

 

In lieve salita.)

 

 

 

LA BARBA LUNGA DELL’UOMO DELL’UFFICIO RESTITUZIONI

 

Non avrebbe mai & poi mani potuto conquistare l’insignificante mondo

Della moda, ma è anche vero che al di fuori del Signor Calleja nessuno

Avrebbe potuto avere la stravagante idea di aspettarsi una cosa del genere.

 

La madre invece si aspetta da lui che una volta per tutte sia

Abbastanza puntuale. L’ha invitato a cena

Come ogni due settimane & si chiede come mai

Ancora non si sia presentato. Un tempo svolgeva un buon lavoro

Come moderatrice presso una popolare emittente jazz nella

Capitale & aveva poi azzardato un nuovo progetto di vita con un

Uomo che per anni aveva suonato nelle osterie prima di comin=

Ciare a pubblicare i suoi dischi autoprodotti con mezzi di fortuna.

 

Nebbia sul ponte. Il garzone del costruttore di camini & fu=

Mista suona energicamente il clacson. Un mattoide in tuta

Sportiva verde gli balza quasi sul cofano & corre poi via in

Direzione della cattedrale di Sant’Esteban. Il giorno inizia ad ansimare.

 

Innumerevoli scavi. Uno di essi viene quasi devotamente fotografato

Da un cardiochirurgo la cui figlia verrà presto ad abitare da queste parti.

Cicatrici su un albero che tra poco probabilmente dovrà ritirarsi

A favore di un’area di enormi dimensioni per un futuro

Parcheggio. Musica di Carlo Gesualdo nell’auto.

Terrignea & scossa come quasi sempre: il purè di pensiero.

Soltanto poche settimane prima una febbre improvvisa aveva

Danneggiato l’organismo, immagini confuse dal mondo televisivo,

Nelle quali tra l’altro spuntava brevemente un aggressivo gallo

Tailandese, si mischiavano allora con resti da una vita interiore

Del quotidiano & non si lasciavano spedire in luogo neutrale.

Che compito insegnare in modo in qualche modo gentile

A quel tipo esuberante che tutte le creazioni degli ultimi mesi

& anni erano irrilevanti per l’imminente tema della conferenza!

Fu dunque davvero un immediato gesto di conforto quando una

Collega, altrimenti piuttosto audace, durante una pausa caffè,

Con l’indice dalle unghie rosse splendenti, gli sfiorò il pomo d’Adamo?

 

La borsetta del computer penzola dalla spalla della studentessa

Con la giacca di pelliccia di lontra. Fa un mezzo passo, ne accenna

Poco dopo ancora un altro, che però non porta a compimento.

Due sportivi della sera pedalano su ruote di metallo leggero.

Il fornaio di krapfen della Facoltà di teologia è raf=

Freddato. La venditrice di cravatte nel suo esoso negozio sbadiglia.

Un collezionista di croste al margine del parco dà

L’impressione di voler abbracciare il mondo, ma non gli riesce.

Ma dove è finito l’auspicato acume rispetto a decisioni & im=

Minenti risoluzioni? Si è volatilizzato – almeno così

Pare – sotto le carezze di un vento leggero

& di una perturbazione da sudovest, in cui già si è creduto di scorgere molto.

 

Certo è che: poiché in quasi tutte le chiese locali i vecchi dipinti

Scuriscono a vista d’occhio, un giorno o l’altro anche

L’immagine di San Nicola di Bari sarà soltanto

Un ricordo nascosto dietro una tenda nera.

Torna a casa con calma, prestigiatore! Ogni passo porta

Aria fresca per polmoni & cervello. Sul balconcino sopra

Il salone di bellezza un pappagallo impazzito bestemmia

Con accento ispanico. Appartiene al Signor Pablo Ruiz.

 

 

da Scalzi al cinema. In uscita per Edizioni Kolibris.

 

erwin einzingerErwin Einzinger wurde 1953 in Kirchdorf a. d. Krems, Oberösterreich, geboren. Er studierte Anglistik und Germanistik in Salzburg und war bis 2003 als Lehrer am Gymnasium in Kirchdorf tätig. Er arbeitet als freier Schriftsteller (Lyrik, Prosa, Romane) und Übersetzer (u.a. John Ashbery, Robert Creeley, William Carpenter) und erhielt für seine Werke unter anderem den Landeskulturpreis Oberösterreich (2002), den Mondseer Lyrikpreis (2008) und den H. C. Artmann Preis (2010). Seine neuesten Veröffentlichungen sind Aus der Geschichte der Unterhaltungsmusik (2005), Hunde am Fenster. Gedichte (2008), Ein Messer aus Odessa. Gedichte (2009), Von Dschalalabad nach Bad Schallerbach. Roman (2010) und Die virtuelle Forelle. Gedichte (2011), Barfuß ins Kino (2013).

erwin einzingerErwin Einzinger è nato nel 1953 a Kirchdorf, Austria. Ha studiato Inglese e Letteratura tedesca all’Università di Salzburg e insegnato fino al 2003 al Ginnasio di Kirchdorf. Attualmente lavora come libero scrittore (lirica, prosa, romanzi) e traduttore (John Ashbery, Robert Creeley, William Carpenter) e ha ricevuto per le sue opere il Landeskulturpreis Oberösterreich (2002), il Mondseer Lyrikpreis (2008) e lo H. C. Artmann Preis (2010). Tra le sue più recenti pubblicazioni ricordiamo Aus der Geschichte der Unterhaltungsmusik (2005), il romanzo Von Dschalalabad nach Bad Schallerbach (2010) e le raccolte poetiche Hunde am Fenster (2008), Ein Messer aus Odessa (2009), Die virtuelle Forelle e Barfuß ins Kino (2013).


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